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Plastik-Bodensuppe im Biesbosch: 250 Freiwillige säubern 62 Kubikmeter Müll in 7 Tagen


In den letzten Wochen haben Freiwillige, Unternehmen und Mitarbeiter von Staatsbosbeheer eine Menge Müll aus dem Nationalpark De Biesbosch entfernt. Insgesamt wurden in sieben Tagen mit über 250 Personen mehr als 62 Kubikmeter Müll aus dem Biesbosch entfernt. Neben den üblichen Plastikflaschen, Eimern, Kotflügeln, Seilen und vielen anderen Arten von Plastikteilen fanden die Freiwilligen an schwer zugänglichen Stellen im Biesbosch auch Abfälle aus den 1950er, 1960er und 1970er Jahren. Auch alle Arten von Haushaltsgegenständen wie Kühlschränke, Matratzen und Möbel wurden an den Ufern der Flüsse Merwede und Amer wieder entfernt. Die Aktion wird durch finanzielle Beiträge verschiedener Partner im Rahmen der Kampagne "Gemeinsam halten wir den Biesbosch sauber" ermöglicht. Diese Kampagne läuft noch bis Ende 2026.

Es ist mittlerweile eine Tradition geworden. Im Frühjahr und im Herbst durchkämmen Freiwillige die Ränder des Nationalpark De Biesbosch auf der Suche nach (Ab-)Müll. Am vergangenen Samstag, dem 14. März, und bei mehreren Aufräumaktionen in den Wochen zuvor krempelten mehr als 250 Freiwillige unter der Leitung von Staatsbosbeheer die Ärmel hoch.

Plastik-Bodensuppe
Die Aufräumaktion fand an mehreren Orten in den Gemeinden Dordrecht, Altena und Drimmelen statt.

"Das Engagement aus der Region ist nach wie vor beeindruckend. Wir wissen das sehr zu schätzen. Aber was uns unterwegs begegnet, ist manchmal geradezu schockierend", sagt Cynthia van 't Hoff, Försterin beim Staatsbosbeheer und Koordinatorin der Aufräumaktionen im Nationalpark De Biesbosch.

"Bei einem Spaziergang entlang der Ufer und durch die Schilfgebiete stößt man wirklich auf alles: Stühle, Seile, Wattestäbchen und jede Menge Plastik. In allen Formen und Größen. Bei einer Säuberungsaktion haben wir sogar ein halbes Surfbrett gefunden, durch das ein Baum gewachsen war. Das muss schon seit Jahren dort gelegen haben. Wir haben auch alte Flaschen mit Reinigungsmitteln aus den 1970er Jahren gefunden", erzählt sie weiter.

Zu den besonderen Funden gehörten auch Spielzeug, Glühbirnen und viele lose Mützen. Vor allem rund um Drimmelen fanden die Teilnehmer viele Golfbälle. "An einigen Stellen fanden wir sogar eine Art Plastik-Erdsuppe: einen Spülstreifen, auf dem seit Jahren Müll angespült wird, der sich mit angeschwemmter Erde vermischt und langsam zerfällt. Kleine Plastikteile mussten buchstäblich aus dem Boden gegraben werden."

Neben dem Einsatz von Einzelpersonen halfen auch mehrere Unternehmen bei den Aufräumarbeiten. "Fauna Protect und Tritium Advies haben uns geholfen, die Ufer zu reinigen. Und der WSV Drimmelen setzte Boote ein, um den Müll an den Ufern der Amer zu entfernen. Es ist toll, dass es so viel Unterstützung und Enthusiasmus gibt, um diese Säuberungsaktionen zu ermöglichen."

Aufräumarbeiten kosten viel Geld
Die Aufräumarbeiten sind kostspielig. Vor allem wegen des Einsatzes von allerlei Spezialgeräten, um an schwer zugängliche Stellen zu gelangen, des Einsatzes von Mitarbeitern und der Entsorgung großer Abfallmengen. "Zum Glück können wir dank der Kooperationskampagne 'Gemeinsam halten wir den Biesbosch sauber' für die Reinigungsaktionen bezahlen. Der gesammelte Abfall wird über Rijkswaterstaat entsorgt. Allen Freiwilligen und Partnern im Rahmen der Kampagne: Vielen Dank für Ihren Einsatz. Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft."

Biesbosch, natürliches Sammelsystem für Abfälle
Abfall ist nicht nur ein Ärgernis für Besucher, sondern auch eine Bedrohung für die Natur. Man schätzt, dass mehr als die Hälfte der Abfälle im Biesbosch mit dem Flusswasser flussaufwärts entsorgt wird. Der Biesbosch mit seinen vielen Kanälen und Ufern wirkt wie ein natürliches Rückhaltesystem, in dem ein Teil dieser Abfälle zurückbleibt. Während des Winterhochwassers werden die Abfälle dann wieder an die Ufer gespült und verbleiben in Bäumen, Büschen und höherer Vegetation. "Inzwischen sind uns zahlreiche Beispiele bekannt, in denen Tiere Opfer des Mülls werden. Sie verheddern sich darin, nutzen ihn für ihre Nester oder fressen ihn. Und inzwischen wissen wir, dass Mikroplastik sogar in unseren eigenen Lebensmitteln zu finden ist.

Kampagne 'Gemeinsam halten wir den Biesbosch sauber'
Die Kampagne besteht seit 2022 und wird derzeit von Rijkswaterstaat, der Provinz Nordbrabant, IVN, den Gemeinden Altena, Dordrecht, Drimmelen, Geertruidenberg und Waterschap Rivierenland finanziert. Die Finanzierung der Kampagne läuft in diesem Jahr aus, aber wir streben eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Partnern an.

Um das Bewusstsein für die Müllproblematik zu schärfen, wurden neben den Aufräumaktionen Kampagnenschilder aufgestellt, Müllsäcke verteilt und ein Müllcontainer im Naturschutzgebiet aufgestellt. Unternehmen und Einrichtungen wie das Biesboschcentrum Dordrecht, das Biesbosch MuseumEiland Werkendam und das Rondvaartbedrijf Zilvermeeuw tragen ebenfalls dazu bei, indem sie Standorte oder Ausrüstung zur Verfügung stellen.

Auf der Grundlage dieser Kampagne können jedes Jahr mehrere Aufräumaktionen organisiert werden. Die Hilfe der Regierungen wird weiterhin dringend benötigt. Dank Geld, Aufmerksamkeit, freiwilligen Helfern und begeisterten Förstern wird eine Menge Müll beseitigt. Aber der Wasserhahn scheint immer noch offen zu sein: Der Abfall fließt weiterhin in das Hollandse Delta.

Möchten Sie helfen?
Haben Sie diese Aufräumaktion verpasst? Am 21. März ist der nationale Tag der Sauberkeit, an dem auch verschiedene Gemeinden verschiedene Aufräumaktionen in ihren Gemeinden organisieren. Da die Brutzeit im Biesbosch zu diesem Zeitpunkt begonnen hat, findet die Aufräumaktion im Biesbosch immer etwas früher statt.

Und am Samstag, den 19. September (kurz vor dem World Cleanup Day) wird es eine weitere größere Aufräumaktion im Nationalpark De Biesbosch geben. Sie können sich dafür ab dem Sommer über die Website www.staatsbosbeheer.nl/biesbosch-schoon anmelden.